
Ein Name, der sein eigenes Gewicht trägt
Die dritte Generation einer Ikone zu sein, bringt einen besonderen Druck mit sich. Der ursprüngliche Alpine A110 gewann 1973 die erste Rallye-Weltmeisterschaft; die zweite Generation, die 2017 wiederbelebt wurde, erinnerte eine ganze Automobilära daran, wie sich ein wirklich fokussierter Leichtbau-Sportwagen anfühlte. Die dritte Generation tritt somit mit dem Gewicht dieser beiden Kapitel auf den Schultern an – und mit dem Ehrgeiz, ein drittes Kapitel zu schreiben, das sich von beiden unterscheidet. Alpine hat seinen Entwicklungsprototypen, der heute im Vorfeld seines Debüts beim Goodwood Festival of Speed vorgestellt wurde, schlicht und bewusst „A110 Future“ getauft. Der Name ist keine Marketingfloskel. Der A110 Future ist ein funktionierendes Entwicklungsfahrzeug, das gebaut wurde, um die Technologie zu testen, auf der die Serienversion der dritten A110-Generation basieren wird – ein Auto, das Alpine als den weltweit ersten echten Elektro-Sportwagen bezeichnet. Er wird an allen vier Tagen des Goodwood Festivals, vom 9. bis zum 12. Juli, vor den Zuschauern fahren, die das Festival of Speed zur weltweit größten Automobil-Gartenparty machen. Kaum ein Veranstaltungsort könnte passender sein für ein Auto, das in Bewegung beweisen muss, dass Elektrifizierung und echter Sportwagencharakter kein Widerspruch in sich sind.

Die Alpine Performance Platform: Technik ohne Kompromisse
Das Herzstück des A110 Future bildet die brandneue Alpine Performance Platform, eine maßgeschneiderte Architektur, die von Grund auf für einen Sportwagen konzipiert und nicht aus einem anderen Modell adaptiert wurde. Die Grundlage bildet eine fortschrittliche Aluminiumstruktur, die auf das dynamische Ansprechverhalten ausgelegt ist, das Alpine seit jeher auszeichnet, während zwei Batteriepakete so positioniert sind, dass eine Gewichtsverteilung von 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse gewährleistet ist: die Balance eines echten Sportwagens, kein Kompromiss, der aus Platzgründen eingegangen wurde. Die Plattform nutzt 800-V-Cell-to-Pack-Technologie mit Zellen hoher Energiedichte, wodurch sowohl das Gewicht als auch die Ladezeit gleichzeitig reduziert werden – genau diese Details unterscheiden eine speziell entwickelte Sportwagenplattform von einer elektrifizierten Adaption eines anderen Fahrzeugs. Der Antrieb erfolgt über eine neue 3-in-1-E-Achse mit zwei hinteren Elektromotoren und einem Siliziumkarbid-Wechselrichter, die ein außergewöhnliches Drehmoment mit ultraschneller Steuerung liefert, während eine Vollaluminium-Aufhängung sowie integrierte Brems- und Lenksysteme eine Architektur vervollständigen, die weniger wie eine Liste von Komponenten wirkt, sondern vielmehr wie eine schlüssige technische Philosophie. Das erklärte Ziel ist klar: die besten Sportwagen mit Verbrennungsmotor von heute zu übertreffen – und zwar nach den Maßstäben, an denen ein Sportwagen seit jeher gemessen wird: nicht nach Reichweite, nicht nach Effizienz, sondern nach Fahrgefühl, Ausgewogenheit und Ansprechverhalten.

Ein Festival rund um eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden
Alpines Präsenz in Goodwood geht in diesem Jahr weit über den A110 Future selbst hinaus. Das Festival of Speed wird den gesamten Entwicklungsbogen des A110 nachzeichnen – von seinen Tagen als Rallye-Ikone über seine heutige Form bis hin zum nun beginnenden Elektro-Kapitel –, wobei Meilenstein-Modelle den Hang entlang neben dem Entwicklungsfahrzeug säumen. Mit dabei sind der A290, Alpines meistverkauftes elektrisches Hot Hatch, und der A390, ein 470 hp Fünfsitzer-Sport-Fastback, der die Bandbreite der aktuellen Leistungsambitionen von Alpine demonstriert. Ein eigens gewidmeter „Alpine Moment“ am Donnerstag, dem 9. Juli, bringt den A110 Future zusammen mit historischen A110-Modellen in einer Markenparade auf die Bühne, wobei eine Vorführfahrt mit einem E20-Formel-1-Rennwagen den Anlass abrundet. Der Formel-1-Faden zieht sich durch das gesamte Goodwood-Wochenende. Pierre Gasly und Franco Colapinto stehen an der Spitze einer fünfköpfigen Fahreraufstellung des BWT Alpine Formula One Teams, zu der auch die Alpine-Academy- und Ersatzfahrer Nina Gademan, Paul Aron und Alex Dunne gehören – eine Aufstellung, die sowohl die etablierten als auch die aufstrebenden Gesichter des Programms widerspiegelt. Interaktive Simulatoren, tägliche Fahrergespräche und Autogrammstunden sowie DJ-Sets zur Mittagszeit sorgen dafür, dass der Alpine-Stand an allen vier Tagen mehr ist als nur eine statische Ausstellung.

Das Gewicht des Namens, das Versprechen dessen, was folgt
Was den A110 Future so bedeutend macht, ist nicht einfach das, was er ist – ein Entwicklungsmodell, ein Testfahrzeug, ein Work-in-Progress –, sondern das, wofür er steht. Alpine präsentiert in Goodwood kein fertiges Produkt. Es präsentiert ein Bekenntnis: dass der nächste A110 auf einer Plattform gebaut wird, die ganz und gar auf die Anforderungen eines Sportwagens ausgerichtet ist – und nicht darauf, was ein elektrischer Antriebsstrang zulässt. Dieser Unterschied ist entscheidend, denn die Geschichte des A110 ist eine Geschichte davon, diese Prioritäten genau richtig zu setzen. Das Originalmodell gewann Rallyes, weil es leichter, präziser und fokussierter war als alle seine Konkurrenten. Die Neuauflage von 2017 war aus denselben Gründen in einer anderen Ära erfolgreich. Der A110 Future signalisiert sowohl in seinem Namen als auch in seiner technischen Logik, dass die dritte Generation die Elektrifizierung mit derselben Disziplin angehen will – nicht als Übergang, den es zu bewältigen gilt, sondern als Medium, das es zu meistern gilt. Goodwood, ein Festival, das schon immer den Unterschied zwischen einem Auto, das Leistung bringt, und einem Auto, das eine Bedeutung hat, verstanden hat, könnte sich als der ideale Ort erweisen, um damit zu beginnen, dieses Argument zu untermauern.



